„Fremdes Terrain“ – Nuhr an der Ruhr

Stellt Euch mal vor, Dieter Nuhr stellt ausgewählte Bilder seiner Weltreisen als Fotokunst in einer Galerie in Essen aus. Gleich schräg gegenüber des Folkwang-Museums. Klingt für die meisten vielleicht erstmal skurril, schließlich ist der Künstler hauptsächlich für Comedy und Kabarett bekannt. Wer sich allerdings mit Hintergrund und Aussage seiner Fotokunst beschäftigt, bekommt schnell Einblicke in einen etwas anderen, durchaus ernsteren Dieter Nuhr.

Ein ungewohnt ernster Dieter Nuhr, rechts der Galerist Torsten Obrist

Ein ungewohnt ernster Dieter Nuhr, rechts der Galerist und Gastgeber Torsten Obrist

Bei der Eröffnung der Ausstellung in der Galerie Obrist wurde nach warmen und einleitenden Worten vom Galeristen Torsten Obrist das Wort an den Künstler übergeben. Und schnell wird klargestellt: wer nur gekommen ist, um witzige Bemerkungen vom Comedian zu hören, wird an dem Abend wohl enttäuscht nach Hause gehen. Wer allerdings an Kunst interessiert ist und sich seine Werke gerne näher anschauen möchte, darf sich auf einen reichhaltigen Abend freuen. Dieter Nuhr betont, es sei ihm wichtig, ernstgenommen zu werden. Das gelingt ihm abseits der Comedy sowohl mit kritischen Bemerkungen zum politischen Weltgeschehen, als nun auch mit seinen fotografischen Kunstwerken.

"Thanjavur 91" von Dieter Nuhr

„Thanjavur 91“, Dieter Nuhr

Die Aussage der Kunstobjekte, die hauptsächlich in Nah- und Fernost entstanden sind, geben eine klare Linie wieder: die Lebensräume der Menschen, ihre teils tristen Umgebungen, unkrautüberwucherte Hinterhöfe, karg möblierte Wohnungen, werden mühevoll und teilweise mit beeindruckender Skurrilität verschönert, geschmückt oder bereichert. Dabei scheint augenscheinlich auch die Kultur der Menschen eine maßgebliche Rolle zu spielen. Und vielleicht auch der Wohlstand der Bewohner oder des Landes. „Was sich zum Beispiel die Inder da teilweise zusammenbasteln, ist für uns Europäer kaum vorstellbar.“, so Nuhr in einem Gespräch mit Enjoyment2go. So wie er die Dinge in seiner Fotokunst festhält, wird deutlich, wie Menschen ihr Umfeld prägen.

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Nuhr’s Bild „Libanon 03“ wird betrachtet

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Links im Vordergrund das Bild „Yangon Markt 10“, Dieter Nuhr

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„Yangon Markt 010“, Dieter Nuhr

Nuhr’s Bilder geben bei ihrer Betrachtung klare Linien wieder, und es kommt einem so vor, als betrachte man ein Bühnenbild. Klar definierte Ebenen, plastisch und brilliant. Sämtliche Bilder der Ausstellung sind Unikate und (bis auf eine Ausnahme) verkäuflich. Die Ausstellung ist noch bis zum 11. März 2015 in der Galerie Obrist in Essen zu betrachten. Die Bilder haben uns erreicht – Nuhr mal ganz anders. Definitiv ein Enjoyment2go.

Die auf dieser Webseite gezeigten Abbildungen der Kunstwerke werden mit ausdrücklicher Einwilligung des Künstlers hier veröffentlicht und unterliegen dem Copyright des Urhebers.

 
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